Alternative Varroa Behandlung

Die Varroamilbe gehört zu den größten Herausforderungen in der Bienenhaltung. Neben den etablierten Behandlungsmethoden gibt es verschiedene biotechnische, thermische, mechanische und technische Ansätze, die das Ziel verfolgen, die Milbenbelastung des Bienenvolkes zu verringern.

Bienen und Varroamilbe
Ein wichtiger Grundsatz: Varroakontrolle und Varroabehandlung gehören zusammen. Die LWG betont, dass der Befall regelmäßig kontrolliert werden muss und dass erfolgreiche Varroabekämpfung aus dem Zusammenspiel von Befallskontrolle und geeigneten Maßnahmen besteht.

Warum nach Alternativen suchen?

In der Imkerei werden verschiedene Wege diskutiert, um die Varroamilbe unter Kontrolle zu halten. Dazu gehören klassische Arzneimittelbehandlungen ebenso wie biotechnische Verfahren, Wärme, Puderzucker und technische Verfahren.

Auf dieser Seite stehen vor allem Verfahren im Mittelpunkt, die möglichst ohne klassische Säurebehandlung auskommen. Dabei ist es wichtig, zwischen etablierten biotechnischen Verfahren und experimentellen bzw. nicht ausreichend unabhängig belegten Verfahren zu unterscheiden.

1. Schwärmen lassen

Ein natürlicher Schwarm ist zunächst weitgehend ohne verdeckelte Brut. Da sich die Varroamilben überwiegend in der verdeckelten Brut vermehren, entsteht durch die Brutpause eine besondere Situation. Nach dem Einlogieren in eine gereinigte Beute kann ein Schwarm deshalb einen sehr niedrigen Ausgangsbefall haben.

Das Schwärmen allein ist allerdings keine Garantie für Varroafreiheit. Nach der Bildung eines neuen Volkes kann es erneut zu Milbeneintrag kommen. Eine anschließende Befallskontrolle bleibt deshalb wichtig.

2. Drohnenbrut schneiden

Varroamilben vermehren sich besonders gern in Drohnenbrut. Deshalb kann verdeckelte Drohnenbrut gezielt entnommen werden. Die LWG beschreibt das Verfahren als biotechnische Maßnahme, mit der der Anstieg der Milbenpopulation während der Bienensaison verlangsamt werden kann.

Die Methode kann in die Betriebsweise integriert werden, bedeutet aber einen Eingriff in die natürliche Entwicklung des Volkes, da Drohnenbrut entnommen wird.

3. Totale Brutentnahme und Bannwabenverfahren

Bei der vollständigen Brutentnahme werden Brutwaben aus dem Volk entfernt. Damit wird ein großer Teil der Milben aus dem ursprünglichen Volk entfernt bzw. in ein separates Brutvolk überführt. Beim Bannwabenverfahren wird die Königin zeitweise auf einen begrenzten Wabenbereich beschränkt, um eine kontrollierbare Brutpause zu erzeugen.

Diese Verfahren sind wirksame biotechnische Werkzeuge, greifen aber deutlich stärker in die Volksführung ein als beispielsweise eine reine Befallskontrolle oder eine einfache Maßnahme am Drohnenrahmen.

4. Bienensauna / Hyperthermie

Bei thermischen Verfahren wird das Bienenvolk bzw. die Brut für eine begrenzte Zeit erwärmt. Der Grundgedanke besteht darin, die unterschiedliche Temperaturtoleranz von Bienenbrut und Varroamilben auszunutzen.

In dem von dir zugrunde gelegten Konzept wird eine Erwärmung des Volkes auf etwa 40–42 °C beschrieben. Die Erklärung, dass Varroamilben dadurch unmittelbar durch „Gerinnen“ ihres Körpereiweißes sterben, sollte jedoch nicht als gesicherte Erklärung auf dieser Seite dargestellt werden.

Einordnung: Thermische Verfahren sind technisch interessant, benötigen aber eine genaue Temperaturführung. Eine unkontrollierte Erwärmung kann die Brut und das Volk gefährden. Deshalb sollte eine solche Methode nicht mit einer wissenschaftlich abgesicherten Standardbehandlung gleichgesetzt werden.

5. Beheizte Mittelwände

Ein weiterer thermischer Ansatz besteht darin, die Brutwabe gezielt zu erwärmen. In deinem Ausgangstext werden Mittelwände mit integrierter Heizung beschrieben, die die Temperatur im Brutbereich zeitweise auf etwa 42 °C anheben sollen.

Der Vorteil des Konzeptes liegt darin, dass die Wärme gezielt dort eingesetzt werden soll, wo sich die Varroamilben vermehren. Die technische Umsetzung ist allerdings aufwendig und erfordert eine sichere Temperaturregelung sowie eine geeignete Stromversorgung.

6. Puderzucker

Bei der Puderzuckermethode wird feiner Puderzucker über die Bienen gegeben. Die Bienen beginnen, sich gegenseitig zu reinigen. Dadurch können Varroamilben von den Bienen abfallen.

Die Methode ist auch als Befallsermittlung anerkannt: Die LWG führt die Puderzuckermethode ausdrücklich zur Abschätzung des Varroabefalls auf. Als alleinige Behandlung ist sie jedoch nicht mit einer nachgewiesenen vollständigen Entfernung der Milben aus einem Volk gleichzusetzen.

Wichtig: Abgefallene Milben sind nicht automatisch tote Milben. Deshalb muss zwischen einer Diagnosemethode und einer tatsächlichen Behandlung unterschieden werden.
📄 Befallsermittlung – PDF herunterladen

7. Varroa-Killer-Sound

Beim Varroa-Killer-Sound wird das Bienenvolk mit einem technischen Tonsignal beschallt. In historischen Produktbeschreibungen wurden Frequenzen um 14.500–15.000 Hz und Schalldruckpegel um etwa 90 dB genannt. Das Verfahren sollte die Varroamilben beeinflussen und ihre Vermehrung stören.

Für diese Methode gibt es technische Beschreibungen und Patentanmeldungen. Gleichzeitig ist die unabhängige wissenschaftliche Absicherung der behaupteten Wirkung nicht mit den etablierten Varroaverfahren vergleichbar. Eine frühere Schweizer Bienenzeitung berichtete zudem über einen Vorgänger („Schallomat“), der bei einem Test an der damaligen Bayerischen Landesanstalt für Bienenzucht keine Wirkung zeigte.

Deshalb sollte der Varroa-Killer-Sound auf einer Informationsseite als experimentelles Verfahren beschrieben werden und nicht als bewiesene Varroabehandlung.

8. Die Energiespule

In meinem Konzept nimmt die Energiespule einen besonderen Platz ein. Sie erzeugt eine erdstrahlungsähnliche Energie welche die Elektrizität im Bienenvolk verändert. Die Annahme ist, dass eine von der Spule ausgehende positive erzeugte Polarität die Bewegungen und Funktionen der Varroamilben zu ihren Ungunsten verändert, dies wird auch im nächsten Absatz erläutert . Meine Beobachtung ist, dass beim Einsatz der Energiespule die Varroa die Fähigkeit verliert sich an der Biene festzuhalten. Dies konnte ich auch noch Wochen nach der Behandlung anhand der Milben aus der Brut erkennen. Diese Energie scheint die Ladung der Varroamilben dauerhaft zu verändern und wirkt so auch in der Brut.

Elektrische Ladungen und die Beweglichkeit der Varroa

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine wissenschaftliche Untersuchung von M. E. Colin, D. Richard, V. Fourcassie und L. P. Belzunces aus dem Jahr 1992 mit dem Titel „Attraction of Varroa jacobsoni, parasite of Apis mellifera by electrical charges“.

Die Forscher untersuchten, wie sich elektrische Ladungen auf die Bewegungen der Varroamilbe auswirken. Dazu wurden elektrisch geladene Metallzylinder mit unterschiedlichen Ladungsvorzeichen und Ladungsstärken eingesetzt und die Bewegungen der Milben aufgezeichnet. Dabei zeigte sich, dass insbesondere das Vorzeichen der elektrischen Ladung verschiedene Bewegungsmerkmale der Milben beeinflusste – unter anderem Bewegungsgeschwindigkeit, Stillstand, Wendewinkel und die Form ihrer Bewegungsbahnen. Bei negativer Ladung wurde außerdem eine höhere Häufigkeit von Kontakten mit dem geladenen Zylinder beobachtet.

Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Milben elektrische Ladungen wahrnehmen könnten und dass die Wahrnehmung einer Ladung eine Veränderung ihrer Bewegungsmuster auslösen kann. Dadurch könnte sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Milbe bei einer positiven Ladung ihren Wirt nicht erreicht.

Interessanter Zusammenhang:
Elektrische Ladungen können nach der Untersuchung von Colin und seinen Mitarbeitern die Beweglichkeit und das Bewegungsverhalten von Varroamilben beeinflussen. Damit gibt es einen wissenschaftlich dokumentierten Zusammenhang zwischen elektrischen Feldern bzw. Ladungen und dem Verhalten der Varroa.

Für mein Konzept ist diese Untersuchung deshalb interessant, weil sie einen möglichen Ansatzpunkt liefert: Wenn elektrische Ladungen das Bewegungsverhalten der Varroa beeinflussen können, stellt sich die Frage, ob sich dieser Effekt auch unter den Bedingungen eines Bienenvolkes gezielt nutzen lässt.

Meine Überlegung zur Energiespule

Die Energiespule soll nach meinem Konzept die elektrische bzw. energetische Situation im Umfeld des Bienenvolkes verändern. Dabei geht es nicht darum, die Varroamilbe direkt zu töten. Vielmehr besteht die Überlegung darin, die Beweglichkeit und das Verhalten der Milbe so zu beeinflussen, dass sie sich schlechter an der Biene festhalten kann.

Nach dieser Vorstellung soll die Spule ohne Batterie oder externe Energiequelle arbeiten und über einen längeren Zeitraum am Bienenvolk eingesetzt werden können.

Wissenschaftliche Einordnung: Die Studie von Colin et al. zeigt einen Einfluss elektrischer Ladungen auf das Bewegungsverhalten von Varroa jacobsoni. Eine aktuelle Übersichtsarbeit bewertet die damaligen Ergebnisse ebenfalls als Hinweis darauf, dass Varroa auf elektrische Felder reagieren kann, betont aber, dass die genaue biologische Bedeutung und eine praktische Wirksamkeit noch nicht geklärt sind. Hinweis: Diese Studie wurde 1992 erstellt.

Deshalb möchte ich die Energiespule auf dieser Seite als eigenes Konzept und Untersuchungsansatz darstellen. Die wissenschaftlich dokumentierte Beobachtung zur elektrischen Ladung der Varroa ist dabei eine interessante Grundlage für weitere Überlegungen.

Literatur: Colin, M. E.; Richard, D.; Fourcassie, V.; Belzunces, L. P. (1992): Attraction of Varroa jacobsoni, parasite of Apis mellifera by electrical charges. Journal of Insect Physiology 38(2), 111–117. DOI: 10.1016/0022-1910(92)90039-G.

9. Grooming – das natürliche Putzverhalten der Bienen

Bienen können Varroamilben durch gegenseitiges Putzen entfernen. Dieses Verhalten wird als Grooming bezeichnet. Daneben gibt es das sogenannte Varroa-sensitive Hygiene-Verhalten, bei dem Bienen befallene Brut erkennen und ausräumen können.

Ein interessanter Ansatz ist deshalb die Zucht und Auswahl von Völkern, die solche natürlichen Abwehrmechanismen stärker zeigen. In deinem Ausgangstext wird hierzu die Selektion nach der Stechkissenmethode nach Lutz Eggert erwähnt.

Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend von einer technischen Behandlung: Hier soll nicht die Milbe direkt bekämpft werden, sondern die natürliche Widerstandsfähigkeit des Bienenvolkes gefördert werden.

Was haben die verschiedenen Methoden gemeinsam?

MethodeGrundideeEinordnung
SchwärmenBrutpause und niedriger AusgangsbefallNatürlicher/biotechnischer Ansatz
Drohnenbrut schneidenEntfernung besonders stark befallener DrohnenbrutGut etabliertes biotechnisches Verfahren
Brutentnahme / BannwabeMilben durch Brutmanagement reduzierenBiotechnischer Eingriff
BienensaunaGezielte WärmebehandlungThermischer Ansatz
Beheizte MittelwandWärme direkt im BrutbereichTechnischer/thermischer Ansatz
PuderzuckerReinigung und Abfallen von MilbenVor allem als Befallsermittlung etabliert
Varroa-Killer-SoundBeschallung/FrequenzExperimenteller Ansatz
EnergiespuleVeränderung der elektrischen Ladung bei VarroamilbenPersönliche Beobachtung/Hypothese
Grooming-SelektionNatürliche Abwehr stärkenZüchterischer Ansatz

Kontrolle bleibt entscheidend

Unabhängig von der gewählten Methode ist die Kontrolle des Milbenbefalls entscheidend. Die LWG empfiehlt, Völker während der Saison regelmäßig zu kontrollieren und auch nach einer Behandlung den verbleibenden Befall zu überprüfen.

Zur Befallsermittlung können unter anderem Gemülldiagnose, Auswaschprobe und Puderzuckermethode eingesetzt werden. Die LWG weist außerdem auf die Gefahr einer Reinvasion hin – Milben können also aus anderen Völkern wieder in ein Volk gelangen.

Eine alternative Methode sollte deshalb nicht allein danach beurteilt werden, ob Milben abfallen.
Entscheidend ist, ob die Milbenbelastung des Volkes tatsächlich nachhaltig reduziert wird und ob die Gesundheit von Bienen, Brut und Königin erhalten bleibt.

Mein Ansatz

Die hier vorgestellten Verfahren zeigen, dass es neben der klassischen Behandlung verschiedene Möglichkeiten gibt, sich mit der Varroaproblematik auseinanderzusetzen. Besonders interessant finde ich dabei Methoden, die die natürlichen Fähigkeiten des Bienenvolkes berücksichtigen – etwa Brutpausen, Grooming und die Auswahl widerstandsfähiger Völker.

Technische Verfahren wie Wärme, Schall oder die Energiespule sind dagegen interessant als Versuchsfelder. Ihre Wirkung sollte jedoch durch kontrollierte Beobachtungen, Vergleichsvölker und nachvollziehbare Befallsmessungen überprüft werden.

Kurz zusammengefasst

Quellen und weiterführende Informationen

LWG – Varroa:
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – Varroa

LWG – Biotechnische Varroabekämpfung:
Varroabekämpfung 2 – Biotechnik

LWG – Varroabefall und Puderzuckermethode:
Was tun bei unklarer Varroasituation?

Varroa-Killer-Sound – zeitgenössische Beschreibung:
Schweizerische Bienen-Zeitung

Technische Patentschrift zum Schallverfahren:
EP3311664A1 – Method and device for killing Varroa mites

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