Die verschiedenen Beuten
Die Beute ist das Zuhause des Bienenvolkes. Sie schützt vor Witterung, gibt dem Volk Raum für Brut und Vorräte und bestimmt gleichzeitig, wie der Imker mit seinen Bienen arbeiten kann.
Im Laufe der Imkerei sind sehr unterschiedliche Beutensysteme entstanden. Manche sind klassische Magazinbeuten, andere orientieren sich stärker an natürlichen Formen, besonderen Materialien oder einer möglichst extensiven Betriebsweise.

Entscheidend sind nicht nur Material und Form, sondern auch Raumgröße, Wabenanordnung und die Art, wie stark der Imker in das Volk eingreift.
Die Segeberger Beute
Die Segeberger Beute ist eine klassische Magazinbeute aus Hartschaum. Sie ist vor allem durch ihre gute Wärmedämmung und ihr vergleichsweise geringes Gewicht bekannt.
Das System arbeitet mit aufeinander gesetzten Zargen. Je nach Ausführung können unterschiedliche Rähmchenmaße verwendet werden. Die Zargen lassen sich entsprechend der Entwicklung des Bienenvolkes erweitern oder reduzieren.
Anmerkung von meiner Seite: Gute Isolation ist wichtig gegenüber den Bienen und auch wegen der Varroapopulation, jedoch möchte ich keinen Kunststoff bei meinen Bienen.
Die Strohbeute nach OPTIMAL BEES
Die von OPTIMAL BEES entwickelte Klima-Funktionsbeute verbindet Holz und Schilfstroh. Das Konzept legt besonderen Wert auf Dämmung, Feuchtigkeitsregulierung und ein möglichst stabiles Beutenklima.
Nach Angaben des Herstellers bestehen die Beuten unter anderem aus Weymouth-Kiefer, Lärche und gepresstem Schilfstroh. Die Konstruktion soll Temperatur und Feuchtigkeit ausgleichen und den Bienen einen geschützten Lebensraum bieten.
Interessant ist der Gedanke, die Bienenwohnung stärker an natürliche Baumhöhlen anzulehnen. Aufgrund der Klimabauweise kann eine verringerte Varroabelastung oder eine Haltung ohne Säurebehandlung möglich sein.
Die Bienenkugel
Die Bienenkugel verfolgt ein ungewöhnliches Konzept: Statt des rechteckigen Magazinaufbaus steht die runde Form im Mittelpunkt.
Die Idee dahinter ist, den Innenraum stärker an natürliche Formen einer Bienenwohnung anzulehnen. Damit unterscheidet sich die Bienenkugel nicht nur durch ihr Aussehen, sondern vor allem durch ihre grundsätzliche Vorstellung davon, wie eine Bienenwohnung aufgebaut sein kann.
Die Bienenkiste
Die Bienenkiste ist ein einfach aufgebautes, horizontales Beutensystem. Sie wurde für eine eher einfache und extensive Bienenhaltung entwickelt.
Ein wesentliches Merkmal ist der Naturbau beziehungsweise Stabilbau: Die Waben werden nicht wie bei einer klassischen Magazinbeute ständig herausgenommen und umgesetzt. Das Bienenvolk wird stärker in seiner eigenen Entwicklung begleitet.
Die Liebig-Beute
Die Liebig-Beute, auch Hohenheimer Einfachbeute genannt, ist eine klassische Magazinbeute aus Holz. Die Hohenheimer Einfachbeute ist heute die Standardbeute der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim.
Das System ist auf einen einfachen und übersichtlichen Aufbau ausgelegt. In der Standardausführung wird das Zandermaß verwendet. Ein Gitterboden kann eine Varroakontrolle über eine Bodeneinlage ermöglichen, ohne das Bienenvolk dafür öffnen zu müssen.
Anmerkung von meiner Seite: Unten offene Beuten erlauben eine höhere Luftfeuchigkeit im Bienenvolk, was aus meiner Sicht zu einer höheren Varroabelastung führt.
Fünf Beuten – fünf unterschiedliche Ideen
| Beute | Besonderheit | Grundgedanke |
|---|---|---|
| Segeberger | Hartschaum-Magazinbeute | Gute Dämmung, geringes Gewicht und flexible Erweiterung |
| OPTIMAL Strohbeute | Holz und Schilfstroh | Temperatur- und Feuchtigkeitsregulierung durch natürliche Materialien |
| Bienenkugel | Runde Bauform | Besondere Raumform und zusammenhängender Innenraum |
| Bienenkiste | Horizontale Beute, Naturbau | Einfache und eher extensive Betriebsweise |
| Liebig-Beute | Holz-Magazinbeute mit Zandermaß | Einfacher und übersichtlicher Magazinaufbau |
Was macht eine gute Beute aus?
Eine Bienenbeute ist mehr als nur eine Kiste. Sie schafft den Raum, in dem sich das Bienenvolk entwickelt. Wärmedämmung, Feuchtigkeit, Wabenanordnung, Flugloch, Raumgröße und die Möglichkeit zur Kontrolle spielen dabei eine Rolle.
Gleichzeitig bestimmt die Beute, wie der Imker arbeitet. Bei einer Magazinbeute werden Zargen und einzelne Waben bewegt. Bei anderen Systemen stehen Naturbau oder ein möglichst geringer Eingriff in das Volk stärker im Vordergrund.
Deshalb gibt es nicht nur eine einzige Idee von einer Bienenwohnung. Die verschiedenen Beuten zeigen vielmehr, wie unterschiedlich die Vorstellungen über das Verhältnis zwischen Biene, Behausung und Imker sein können.
Beute, Standort und Betriebsweise sollten zusammenpassen und den Bedürfnissen des Bienenvolkes gerecht werden.
Quellen
Hohenheimer Einfachbeute:
Universität Hohenheim – Landesanstalt für Bienenkunde
Bienenkiste und Bienenwohnungen:
Mellifera e. V.
OPTIMAL Klima-Funktionsbeuten:
OPTIMAL BEES
Herstellerangaben zu besonderen klimatischen oder Varroa-bezogenen Wirkungen werden hier ausdrücklich als solche dargestellt.