Gesundes Bienenvolk
Informationen zur Königin
Sollte ein Volk keine Königin mehr haben, so kann eine zugesetzt werden. Die funktioniert in der Art wie es hier beschrieben ist, sehr einfach und auch mit Erfolg.
Zusetzen einer KöniginIn eine Beute werden zwei Rahmen mit Bienen ohne Brut eingehängt, darüber ein Gitter, mit einer Maschenbreite das keine Biene durchkommt. Die fremde Königin wird dann in einem Zusetzkäfig mit einem Verschluss aus Futterteig auf dieses Gitter gelegt.
Königin und Volk gewöhnen sich mit der Methode an einem Tag aneinander. Das betrifft besonders den Geruch, die Pheromone.
In die Beute kommt eine feinhackte Zwiebel. Die Bienen und die fremde Königin nehmen den Zweibelgeschmack auf, die dann gleichriechende Königin wird als Teil des Volks anerkannt. Die Bienen reinigen ihre Beute über Nacht und entfernen die Zwiebel.
Am nächsten Tag können die Bienen und die jetzt anerkannte Königin in das weisellose Volk zurück.
Weitere Informationen über Königinnen
Die besten Königinnen entstehen meiner Erfahrung nach beim natürlichen Schwarmgeschehen oder bei einer natürlichen Umweiselung.
Wenn ein Bienenvolk schwärmen möchte, beginnt es mit der Anlage von Weiselzellen. Die Königin bestiftet diese Zellen, und aus den Eiern entwickeln sich Larven, die von Anfang an gezielt als zukünftige Königinnen aufgezogen werden. Sie erhalten während ihrer Larvenentwicklung eine besondere Versorgung mit Gelée Royale.
Bei einer Nachschaffung, beispielsweise nach dem Verlust einer Königin, entscheidet sich das Volk dagegen erst nachträglich, eine vorhandene junge Arbeiterinnenlarve zur Königin aufzuziehen. Auch bei der künstlichen Königinnenzucht werden junge Larven aus dem vorhandenen Brutnest ausgewählt und in Weiselzellen weitergepflegt*.
Der entscheidende Unterschied liegt also weniger im Alter des Eies, sondern darin, wann die Entscheidung zur Königinnenaufzucht erfolgt und wie die junge Larve anschließend versorgt wird.
Wenn die Leistung einer Königin nachlässt, kann ein Bienenvolk eine stille Umweiselung einleiten. Dabei zieht das Volk bereits eine neue Königin heran, während die alte Königin zunächst noch im Volk vorhanden ist.
Es werden nur wenige Weiselzellen angelegt, im Gegensatz zum Schwarmgeschehen, bei dem zahlreiche Schwarmzellen entstehen können. Die neue Königin wird im Volk aufgezogen und übernimmt später die Aufgabe ihrer Vorgängerin. Die alte Königin wird anschließend nicht mehr benötigt.
Für mich ist diese natürliche Form der Königinnen-Erneuerung besonders interessant, weil das Volk selbst entscheidet, wann eine Erneuerung notwendig wird.
Manchmal geht das Bienenvolk sogar einen Schritt weiter: Bei einer stillen Umweiselung kann es eine neue Königin aufziehen, obwohl die alte Königin noch im Volk vorhanden ist. Für eine gewisse Zeit können dadurch zwei Königinnen im selben Bienenvolk leben. Das zeigt eindrucksvoll, dass die Erneuerung eines Bienenvolkes nicht immer abrupt erfolgt, sondern auch als Übergang organisiert werden kann.
Zweiköniginnenvölker
Ein interesanter Ansatz sind die Zweiköniginnenvölker Dabei werden zwei getrennte Brutbereiche eingerichtet, sodass beide Königinnen jeweils ihren eigenen Bereich haben. Die Bienen können sich zwischen den Bereichen bewegen, die Königinnen bleiben jedoch durch ein Absperrgitter bzw. eine entsprechende Konstruktion getrennt.
Sollte ein der Königinnen ausfallen, kann die zweite das Volk übernehmen
Bei einer stillen Umweiselung kann es zeitweise tatsächlich vorkommen, dass alte und junge Königin gleichzeitig im Volk vorhanden sind. Das ist etwas anderes als ein bewusst eingerichtetes Zweiköniginnenvolk.*Eine Königin aus einer Nachzucht ist eine Königin aus der Not heraus, das ist dasselbe wie bei einem Ableger. Hier werden die Eier bzw. die Larven erst recht spät als Weiselzelle angelegt